Do 8 Mai 2008
Während es im Zuge der Einführung von Basel II und der anhaltenden Finanzkrise für Unternehmen immer schwieriger wird, an günstige Darlehen zu gelangen, werben Privatkundenbanken derzeit allen Ecken und Enden werben mit niedrigen Zinsen für ihre Kredite. Ganz besonders deutlich wird dies, wenn man einmal einen Vergleich zu Rate zieht, wie ihn etwa das Finanzportal http://www.online-kredite.com auf seinen Seiten anbietet. Bereits ab 3,59 Prozent sind dort derzeit Kredite erhältlich, so die Werbeaussagen der Bank. Was viele Verbraucher jedoch nicht wissen: dieser Zinssatz stellt lediglich den niedrigstmöglichen Zins dar, der zum einen nur für ein, zwei Kombinationen aus Laufzeit und Kreditsumme und zum anderen nur bei einwandfreier Bonität vergeben wird. Für andere Kombinationen und Bonitäten ergeben sich teilweise recht große Abweichungen von diesem so genannten „Schaufensterzins“. Und genau hier liegt ein Problem, welches Banken immer wieder haben. Ein Kunde, der einen Kreditvergleich durchführt, und dort etwa einen Zinssatz von 4,59 Prozent sieht, wird sich nach Eingabe und Berechnung seines Kreditwunsches wundern, wenn die Bank ihm 8,99 Prozent oder mehr anbietet. Den meisten Verbrauchern ist dabei nicht bewusst, dass die Banken derartige Zinsspreizungen nicht willkürlich festlegen, sondern sich dabei an die im Zuge von Basel II vorgeschriebenen Richtlinien halten. Je schlechter die Bonität eines Schuldners ist, umso höher muss das für einen Kredit an ebendiesen bei der Bank hinterlegte Eigenkapital sein. Diese höhere Kapitaldeckung und das höhere Ausfallrisiko sind es, welche zu den besagten Zinsstufen führen. Und genau hier haben dann Banken ein Problem, welche mit einem zu niedrigen Eingangszinssatz werben. Für den Verbraucher ist es einfacher, eine relativ geringe Zinsspreizung zu verstehen, als etwa den eingangs genannten Unterschied zwischen 4,59 und 8,99 Prozent. Die Banken sollten hier also schon aus Eigeninteresse darauf bedacht sein, die Abstände zwischen dem Eingangszinssatz und dem letztendlich offerierten effektiven Jahreszins nicht zu groß werden zu lassen, um potenzielle Kunden nicht zu verschrecken aber auch, um glaubwürdig zu bleiben.
Daniel Franke
daniel_franke@web.de